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Die Kräuter-Spirale

ist nicht so gut, wie ihr Ruf

Kräuterspirale
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Nichts scheint so beliebt zu sein, wie die Kräuterspirale. Sie hat den Ruf, dass man auf sehr wenig Platz jede Menge verschiedene Kräuter mit verschiedensten Standortansprüchen anbauen kann. Bei der Ernte muss man sich nicht mal bücken und eigentlich ist alles geradezu ideal.

Unsere Erfahrungen sind leider andere:

Zunächst die Vorteile: Ja, man braucht sich nicht zu bücken und ja, man kann ganz viele verschiedene Arten anbauen, denn durch den Wuchs auf verschiedenen Etagen der Spirale hat man unterschiedliche Sonnen- und vor allem Feuchtigkeitsverhältnisse. Die Kräuter, die mehr Trockenheit vertragen bzw. sogar brauchen, stehen eher oben und die, die einen fetteren und feuchteren Boden brauchen, können gut am Fuße der Kräuterspirale wachsen.

Soweit die Theorie. Das Kriterium für die Wahrheit ist aber die Praxis. Der Verfasser hat da folgende Erfahrungen gemacht:

Die Sache mit der Wasserführung ist ein richtiges und wichtiges Argument. Auch das mit dem Bücken ist sehr angenehm, gilt aber natürlich für die Gartenarbeit ganz allgemein: Es gibt nicht wenige Gartenfreunde, die gute Erfahrungen gemacht haben mit hochgelegten Beeten, in denen man Schnittblumen und Erdbeeren zieht . . .

Das Problem liegt in der Herstellung, der Anlage der Kräuterspirale. Sie wird i.d.R. aus Ziegelsteinen errichtet - noch schöner sehen Natursteine aus. Unerwünschte Wildkräuter, aber auch dominierende Gewürzkräuter siedeln sich schon nach kurzer Zeit in den Ritzen des Bauwerks an und sind dort sehr schlecht wieder zu entfernen. Die Kräuterspirale ist deshalb unserer Erfahrung nach ausserordentlich pflegeintensiv. In Hochglanzheften und im Botanischen Garten sieht sie wunderbar aus - in der Praxis verunkrautet und verwildert sie sehr schnell.

Eine sinnvolle Alternative sieht der Verfasser in der Kräuterterrasse: Sie nimmt die unstrittigen Vorteile der Kräuterspirale auf, vermeidet aber ihre Nachteile. Wer trotzdem eine Kräutersprrale haben will:

So legt man eine Kräuterspirale an:

Die Spirale darf nicht zu klein sein; gelegentlich wird ein Mindestdurchmesser von ca. drei Metern angegeben. Aber Vorsicht: Man soll ja auf der Spirale nicht rumklettern. Vielleicht haben Sie ja Spinnenarme, aber der Verfasser ist (bei 1,90 m Körpergrösse) nicht in der Lage, eine Spirale mit 3 m Durchmesser abzugreifen, um die Kräuter zu ernten und um die nötigen Pflegemassnahmen durchzuführen. 2,30 m sind praktisch gesehen das Äusserste, was man handhaben kann. Da die Höhe etwa der eines Tisches entspricht, können Sie einfach mit einem Gartentisch ausprobieren, welche Grösse für Sie optimal ist.

Basilikum, Schnittlauch und PetersilieDer Standort kann vollsonnig sein; durch ihre Bauweise hat die Spirale sowieso auch immer Stellen, die weniger sonnig sind. Die meisten Küchenkräuter mögen aber Sonne und Wärme; es ist deshalb auch sinnvoll, die Kräuterspirale nach Süden hin zu öffnen.

Als Baumaterial bieten sich Ziegelsteine an, am besten die alten, nicht so hart gebrannten, die man vielleicht aus einem Abbruchhaus bekommt. Noch besser sind Kalksteine (Jura), am allerbesten ist Lava. Entscheidend ist, dass das Material Feuchtigkeit speichen kann. Deshalb sind Granitfindlinge nicht so toll; Kalksandsteine aus dem Baumarkt eignen sich hingegen gut, sehen aber nicht so schön aus. (Sie haben ausserdem den Nachteil, dass sie zu eng aufeinander liegen, weil sie zu gleichmässig sind.)

Die Steine werden ohne Mörtel aufeinandergesetzt (anderenfalls bauen Sie nämlich eigentlich nur einen überdimensionalen Blumenkübel . . .), was insbesondere bei eher kleinen Steinen (wie es Mauersteine sind) schnell zu Stabilitätsproblemen führt.

Wir empfehlen deshalb, bis auf die zwei letzten Schichten den Bau nicht als Läuferverband (also mit der langen Seite zum Betrachter), sondern mit der Stirnseite der Ziegel nach aussen auszuführen: Die Mauer wird dicker und dadurch stabiler. Die beiden obersten Lagen können als Läuferverband ausgeführt werden, damit letztlich kein Platz für die Pflanzen verloren geht.

Beachten Sie bei dem ganzen Bau, dass er im Winter erheblich leiden kann; ein frostfreies Fundament hält der Verfasser allerdings für zu aufwendig.

 
 
 

Das Innere unserer Kräuterspirale wird mit Steinschutt aufgefüllt, um eine gute Durchlässigkeit (Drainage) des Bodens zu erreichen. Schotter ist gut und es geht auch grober Kies (= Sand).

Die Bodenbeschaffenheit: Die oberste Schicht besteht natürlich aus Erde bzw. verschiedenen Erdmischungen. Hier gibt es kein Patentrezept, sondern Sie müssen schon selbst ein wenig nachdenken:

Die Feuchtigkeit unserer Kräuterspirale wird umso grösser sein, je weiter wir nach unten kommen. Oben kann es evtl. sehr trocken werden. Wenn Sie überall die gleiche Erde einbringen, stellt sich automatisch ein Feuchtigkeitsgefälle ein - das müssen Sie nicht noch durch Sandbeimischungen verschärfen.

Allerdings müssen Sie die verschiedenen Standort- und Bodenansprüche der Pflanzen beachten: Einige Kräuter mögen einen höheren Kalkanteil, bei anderen kann der Boden neutral und gelegentlich auch leicht sauer sein. (Die Abstufung von alkalisch über neutral bis sauer wird durch den sog. PH-Wert ausgedrückt. Im Gartenmarkt gibt es Sets, um ihn problemlos zu bestimmen).

Zweitens sollten Sie ein wenig was wissen über Bodenarten: Grob unterscheiden können Sie Sand, Lehm und Humus.

  • Sand (Kies) setzen wir als bekannt voraus; es sind praktisch kleinste Steinsplitter, die selbst keine Nährstoffe abgeben. Sand ist sehr durchlässig - Regenwasser fliesst sehr schnell ab.
  • Lehm ist sehr viel feinkörniger; ein Teil der Mineralien kann durch die Pflanzen verwertet werden. Lehm speicher Wärme und Feuchtigkeit, kann aber gerade dadurch auch regelrecht nass werden (Staunässe).
  • Humus besteht zum grossen Teil aus abgestorbenen organischen Materialien; die Nährstoffe können von den lebenden Pflanzen sehr leicht aufgenommen werden. Aus einem grossen Anteil Humus besteht z.B. der Waldboden und er entsteht im Garten auf dem Komposthaufen. Die Verwendung von Gartentorf aus dem Gartenmarkt halten wir für bedenklich, denn dadurch wird der Zerstörung wichtiger und mittlerweile seltener Biotope Vorschub geleistet.

Es kommt also auf die richtige Mischung von Sand, Lehm und Humus an: Sand für die Durchlässigkeit, Lehm als Wasser- und Wärmespeicher und Humus für die kurzfristig verfügbaren Nährstoffe. Den richtigen PH-Wert erreichen Sie ggf. über Kalkbeigaben, was i.d.R. aber nicht nötig sein wird, solange Sie keine Pflanzen pflegen wollen, die echte Spezialisten sind.

Auch wenn viele Gewürzkräuter Trockenheit ganz gut abkönnen: Giessen müssen Sie wahrscheinlich trotzdem, zumal das Wasser bei dieser Bauweise sehr schnell abfliesst.

Wir empfehlen normalerweise, Pflanzen von unten zu bewässern, also z.B. mit einem im Boden verlegten perforierten Schlauch. Bei der Kräuterspirale scheint es besser zu gehen, wenn man sie von oben giesst, also beregnet: Das Wasser bleibt bei vielen dieser Pflanzen in den Blättchen hängen und gelangt so erst nach und nach in den Boden und damit an die Wurzel. Giessen Sie nicht in der prallen Sonne, aber auch nicht zu spät am Abend: Die Pflanzen sollten zur Nacht hin wieder trocken sein.

Das Beispiel dieser Kräuterspirale zeigt, was man alles falsch machen kann - leider haben wir sie sogar in einem kleinen Schaugarten gefunden.

Kräuterspirale

Die Kräuterspirale sieht recht hübsch aus. Verwendet wurden Granit-Pflastersteine - das ist schon mal das falsche Material: Granit ist sehr hart und speichert keinerlei Feuchtigkeit.

Die Steine wurden vermauert - dadurch ist ein riesiger Blumenkübel entstanden, aber keine Kräuterspirale. Der Vorteil ist: Man kann das Bauwerk problemlos betreten. Das ist auch nötig, denn mit 2,80 im Durchmesser ist das Ding einfach zu gross, um vom Rand her zu arbeiten.

Die ernte kann schon etwas schwierig sein

Der Besucher der Anlage, den wir gebeten haben, zu Demonstrationszwecken den Thymian aus der Mitte zu ernten, ist dann auch zunächst spontan raufgeklettert. Bergsteigen ist aber nun wirklich nicht der Sinn einer Kräuterspirale. Er hat dann die Methode versucht, die wir hier abgebildet haben. Na denn: Viel Spass dabei . . .

Falls Sie auf unserer Seite nicht "fündig" geworden sein sollten, werden Sie sicherlich über dieses Google-Suchfeld weitere Anregungen erhalten.

 

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