Schachtelhalm,
genauer gesagt der Ackerschachtelhalm (Equisetum
arvense) ist ein wirklich unangenehmes Zeug, dessen Ausbreitung
im Garten man unbedingt vermeiden sollte. Die Pflanze hat
zwar durchaus ihre nützlichen Seiten, wie wir weiter
unten auch erläutern, aber im Hausgarten ist der Schachtelhalm
einfach nur schrecklich.
Er sieht
nicht so schlecht aus, er überwuchert keine anderen Pflanzen,
er ist nicht giftig oder schmerzhaft - aber seine endlos langen
Wurzeln und sein starker Überlebenswille machen den Ackerschachtelhalm
zu einem sehr unangenehmen Gast im Garten.
Allerdings:
Das Vorkommen von Schachtelhalm muss i.d.R. als Zeichen gewertet
werden, dass ein Garten nicht ausreichend bearbeitet wird,
denn er mag keinen gelockerten, gut durchlüfteten Boden.
Im gepflegten Garten werden Sie also sowieso nicht so viele
Probleme mit den kleinen "Tannenbäumchen" haben.
Die Schachelhalme
sind eine uralte Pflanzengruppe, die schon vor ca.
375 Millionen Jahren grosse Teile der Erde bevölkerten.
An Dinosaurier war da noch nicht mal zu denken. Die Schachtelhalme
waren damals baumgross mit meterdicken Stengeln und bildeten
einen wichtigen Bestandteil der Steinkohlenwälder. Schachtelhalme
sind also sehr erfolgreiche Pflanzen; eine Erfolgsgeschichte,
die bis heute anhält und leider auch vor dem Garten nicht
Halt macht.
Die rezenten
Arten werden höchstens mannshoch; der Riesen-Schachtelhalm
(Equisetum telmateia) , der in Deutschland immerhin eine Wuchshöhe
von ca. 1,50 m - manchmal sogar noch mehr - erreicht, ist
eine eindrucksvolle Pflanze von hohem floristischen Wert.
Er fehlt in Norddeutschland mit Ausnahme einiger Vorkommen
in Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Alle Schachtelhalme
sind mehrjährige Pflanzen, die sich vegetativ mit ihren Rhizomen
ausbreiten.
Es ist
kaum möglich, die Wurzeln des Ackerschachtelhalms vollständig
zu fassen zu kriegen. In der Landwirtschaft wird er
natürlich sowieso nicht manuell bekämpft, sondern
mit Herbiziden, also chemisch.
Im Hausgarten
ist das kaum möglich und aus Sicht des Verfassers auch
nicht wünschenswert. Aber Sie werden dem Schachtelhalm
nur Herr werden, wenn Sie konsequent und immer wieder die
sichtbaren Triebe so tief wie möglich ausgraben. Die
Pflanze mag es nicht, wenn der Boden immer wieder gut gelockert
wird - im gut bearbeiteten Boden fühlt er sich nicht
wohl und wird letztlich ganz verschwinden. Der gut durchlässige
Boden - für die meisten Gartenpflanzen die beste Voraussetzung
für ein gutes Gedeihen - ist für Schachtelhalm nicht
gut. Schachtelhalm liebt dichten Boden, möglichst noch
mit starken Lehmanteilen und hohem Feuchtigkeitsanteil.
Der Schachtelhalm
ist auch bekannt unter dem Namen Zinnkraut (auch Scheuerkraut),
denn er wurde früher sehr erfolgreich eingesetzt als
Putzmittel für Gegenstände aus Zinn.
Eine weitere
Verwendung fand er als Heilpflanze und zwar wegen seines
hohen Anteils an Kieselsäure. Er gilt als blutstillend
und als Mittel gegen Rheuma
und Gicht. Schachtelhalm-Tee soll gut sein bei Erkrankungen
der Nieren und Harnwege. Man sollte den Schachtelhalm dazu
nicht selbst verarbeiten, sondern die käuflichen Mischungen
aus der Drogerie bzw. Apotheke verwenden: Beim Selbst-Sammeln
besteht die Gefahr der Verwechslung mit seinem gesundheitsschädlichen
Vetter, dem Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)